Abschnittsübersicht
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Willkommen im Einführungsmodul des TUTOR-Kurses
Herzlich willkommen zur ersten Etappe Ihrer Lernreise im Rahmen der Lehrkräfteakademie für inklusive Bildung!
Dieses Einführungsmodul bereitet Sie auf die Inhalte, Ziele und Methoden des Kurses vor. Es vermittelt zentrale Grundlagen inklusiver Bildung, gibt Ihnen Orientierung zur Kursstruktur und lädt Sie ein, sich mit Ihrer eigenen Haltung, Ihren Erfahrungen und Ihren Erwartungen auseinanderzusetzen.
Inklusive Bildung beginnt nicht bei den Schüler:innen – sondern bei uns selbst. Deshalb steht in diesem Modul Ihre persönliche Reflexion im Mittelpunkt: Was verstehen Sie unter Inklusion? Welche Erfahrungen bringen Sie mit? Welche Rolle möchten Sie als Lehrkraft einnehmen, um Vielfalt zu fördern und Barrieren abzubauen?
Der Kurs lebt von Ihrer aktiven Auseinandersetzung mit den Inhalten – und von Ihrer Bereitschaft, Routinen zu hinterfragen und neue Perspektiven einzunehmen. Ob Sie bereits im Schuldienst tätig sind oder noch in der Ausbildung: Dieses Modul gibt Ihnen Impulse, wie Sie Ihre eigene Praxis inklusiver gestalten können.
Sie lernen:
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was Inklusion im schulischen Kontext bedeutet,
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wie Sprache, Strukturen und Identitäten das Lernen prägen,
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warum Reflexivität und Selbstfürsorge im inklusiven Bildungsprozess zentral sind,
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und wie Sie Ihre Lernfortschritte mit einem reflektierenden Tagebuch begleiten können.
Nehmen Sie sich Zeit, offen und ehrlich mit sich selbst in diesen Prozess zu starten – und legen Sie den Grundstein für eine diversitätssensible, diskriminierungskritische und inklusive Praxis.
Wir wünschen Ihnen einen guten Einstieg und freuen uns auf Ihre Perspektiven!
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Wir empfehlen, vor Beginn des Kurses diese einfache Selbsteinschätzung auszufüllen und zu speichern. Am Ende des Kurses werden Sie wieder aufgefordert, eine Selbsteinschätzung vorzunehmen. So können Sie vergleichen, ob Sie eine Veränderung Ihrer Kompetenzen in Bezug auf Inklusion wahrnehmen.
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Sprache ist nie neutral. Sie kann verbinden oder ausschließen, stärken oder verletzen, Zugehörigkeit vermitteln oder Barrieren errichten. Gerade in der Schule – einem Ort des Lernens, der Begegnung und des sozialen Miteinanders – spielt Sprache eine zentrale Rolle für das Gelingen inklusiver Bildung.
In dieser Einheit setzen Sie sich mit der Bedeutung von Sprache im schulischen Alltag auseinander: Welche Begriffe verwenden wir – bewusst oder unbewusst? Welche Botschaften senden wir durch Formulierungen, Beispiele oder Symbole? Und wie können wir durch sprachliches Handeln eine Lernumgebung schaffen, in der sich alle Schüler:innen gesehen, angesprochen und respektiert fühlen?
Die Einheit lädt Sie ein, Ihren eigenen Sprachgebrauch zu reflektieren, verschiedene Perspektiven auf inklusive Sprache kennenzulernen und Möglichkeiten zu entdecken, Sprache bewusst als Instrument für Teilhabe, Anerkennung und Gerechtigkeit zu nutzen.
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Geöffnet: Mittwoch, 1. Oktober 2025, 00:00Fällig: Montag, 20. Oktober 2025, 23:59
Um diese Lernaktivität abzuschließen, wählen Sie bitte eine oder zwei der untenstehenden Lektüreempfehlungen aus und bearbeiten Sie die folgenden Fragen/Vorgaben (150 Wörter):
- Inwiefern kann die im schulischen Alltag und in institutionellen Kontexten verwendete Sprache bestehende gesellschaftliche oder systemische Barrieren verstärken?
- Reflektieren Sie Ihre eigene pädagogische Praxis: In welchen Situationen hinterfragen Sie Ihren Sprachgebrauch oder Ihre verwendeten Begriffe?
- Wie sicher fühlen Sie sich im Umgang mit aktueller und respektvoller Terminologie im Zusammenhang mit Themen wie Rassismus, sozialer Herkunft, ethnischer Zugehörigkeit oder sexueller und geschlechtlicher Vielfalt (z. B. LGBTQI+)?
Empfohlene Lektüre:
Galloway et al. (2019): Culturally Responsive, Antiracist, or Anti Oppressive? How Language Matters for School Change Efforts.
Kaufman und Killen (2022): Children’s Perspectives on Fairness and Inclusivity in the Classroom.
Pokitsch, D. (2022): Wer spricht? Sprachbezogene Subjektivierungsprozesse in der Schule der Migrationsgesellschaft.
Jäckle, M. (2009): Schule M(m)acht Geschlechter.
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Geöffnet: Mittwoch, 1. Oktober 2025, 00:00Fällig: Montag, 20. Oktober 2025, 23:59
Reflexion: Schweigen im Bildungskontext verstehen und anerkennen
Reflektieren Sie auf Basis der Inhalte dieser Einheit, wie Ihre eigenen Werte, Überzeugungen, Vorannahmen und möglichen Vorurteile im Hinblick auf Schweigen durch Ihre Bildungs- und Kulturerfahrungen geprägt wurden.
Wie können Sie dieses Bewusstsein nutzen, um eine Lernumgebung zu gestalten, die unterschiedliche Formen der Beteiligung – sowohl verbale als auch stille – respektiert und fördert?Verfassen Sie einen kurzen Reflexionsaufsatz (300 – 400 Wörter), in dem Sie folgende Aspekte berücksichtigen:
- Analysieren Sie Ihre bisherigen Erfahrungen mit Schweigen im Bildungskontext – sei es als Lehrkraft, Studierende:r oder Teilnehmende:r in anderen Lernumgebungen.
- Berücksichtigen Sie, welchen Einfluss kulturelle und soziale Kontexte auf Ihre Wahrnehmung und Bewertung von Schweigen haben könnten.
- Entwickeln Sie erste Überlegungen oder konkrete Strategien, wie Sie Lernräume schaffen können, in denen verschiedene Ausdrucksformen – auch stille – als wertvolle Beiträge anerkannt werden.
Hanna, A. (2021): Silence at school: Uses and experiences of silence in pedagogy at a secondary school.British Educational Research Journal, 47(5), 1158-1176
Prokitsch, D. (2022): Wer spricht? Sprachbezogene Subjektivierungsprozesse in der Schule der Migrationsgesellschaft.
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Inklusive Bildung findet nicht im luftleeren Raum statt. Sie ist eingebettet in komplexe Systeme und Strukturen, die das schulische Handeln und Lernen prägen – von bildungspolitischen Rahmenbedingungen über organisatorische Abläufe bis hin zu sozialen Dynamiken im Schulalltag. Diese Einheit lädt Sie dazu ein, systemische Zusammenhänge besser zu verstehen, Strukturen kritisch zu hinterfragen und die Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Ebenen – Schule, Gesellschaft, Lernende – bewusst wahrzunehmen.
Sie lernen, wie Systeme und Strukturen wirken, sich gegenseitig beeinflussen und welche Chancen sowie Barrieren sie für eine inklusive Praxis mit sich bringen. Mit Hilfe systemtheoretischer Konzepte reflektieren Sie Ihre eigene Rolle im Bildungssystem und entwickeln Strategien, um schulische Prozesse gezielt im Sinne von Teilhabe und Chancengerechtigkeit zu gestalten.
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Geöffnet: Mittwoch, 1. Oktober 2025, 00:00Fällig: Montag, 20. Oktober 2025, 23:59
Analysieren Sie kurz auf Grundlage von Bronfenbrenners bioökologischer Systemtheorie (2006) die verschiedenen Systemebenen (Mikro-, Meso-, Exo- und Makrosystem), die Ihre pädagogische Praxis sowie das Lernen und die Teilhabe Ihrer Schüler:innen beeinflussen.
- Identifizieren Sie konkrete Elemente in der Schule und im Schulumfeld, die den jeweiligen Systemebenen zugeordnet werden können.
- Begründen Sie, inwiefern diese Systeme förderlich oder hinderlich für inklusive Bildungsprozesse sind.
Tipp:
Manchmal lassen sich die Makrosysteme leichter identifizieren und benennen – sowohl als förderliche als auch als hinderliche Faktoren für inklusive Bildung, wie zum Beispiel:- globale Wirtschaftsströme und -trends
- globale (Un)stabilität – Kriege, Migration, Klimakrisen
- Agenden von Think Tanks Institutionen und NGOs wie Weltbank, UNICEF etc.
- Internationale Abkommen und Kooperationen – EU-Gesetzgebung, Monitoring und Berichte, UN-Kinderrechtskonvention (UNCRC), UN-Behindertenrechtskonvention (UNCRPD),
- Regierungsprogramme
- Richtlinien – z. B. Rundschreiben des Bildungsministeriums, aktualisierte Lehrpläne, Schulqualitätssicherung
- Gewerkschaften
- Lehrkräftemangel
Grafik "Chronosystem des Entwicklungs- und Lebenslaufes" (Lange et al (Hrsg), 2018, Springer VS)
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Inklusion beginnt bei uns selbst – bei unseren Überzeugungen, Erwartungen und den vielen (oft unbewussten) Annahmen, die unser pädagogisches Handeln beeinflussen. Diese Einheit lädt dazu ein, sich mit den eigenen Denkmustern und Werten auseinanderzusetzen und ihre Auswirkungen auf die Unterrichtspraxis kritisch zu hinterfragen.
Reflexivität ist dabei ein zentrales Werkzeug für eine gerechtere, sensiblere und bewusst gestaltete Bildung. Sie ermöglicht es, blinde Flecken zu erkennen, diskriminierende Routinen zu hinterfragen und neue Perspektiven zuzulassen. Der Blick richtet sich auf persönliche Überzeugungen, auf implizite und explizite Vorurteile, auf stereotype Denkweisen – und auf die Möglichkeiten, diese zu verändern.
Die Einheit bietet eine theoretische Grundlage zum Thema Reflexivität, stellt praktische Methoden zur Selbsthinterfragung vor und zeigt auf, wie Reflexionsprozesse in die eigene Unterrichtspraxis integriert werden können. Dabei geht es nicht nur um persönliche Weiterentwicklung, sondern um eine professionelle Haltung, die Inklusion im Alltag mitgestaltet.
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Geöffnet: Mittwoch, 1. Oktober 2025, 00:00Fällig: Montag, 20. Oktober 2025, 23:59
Zum Abschluss der Einheit „Reflexionen zur Sprache in der Praxis“ bitten wir Sie, über die Frage nachzudenken, wie Ihre eigenen Werte, Überzeugungen und möglichen Vorurteile Ihr Denken und Handeln im Bildungskontext beeinflussen.
Leitfrage:
Wie prägen Ihre persönlichen Erfahrungen, Werte und Vorannahmen Ihren Umgang mit Vielfalt im Bildungsbereich? Und wie können Sie Reflexivität gezielt einsetzen, um diese Haltungen zu hinterfragen und aktiv zu einer inklusiven und gerechten Lernumgebung beizutragen?Zur Strukturierung Ihrer Reflexion (ca. 400 – 500 Wörter) können Sie folgende Aspekte berücksichtigen:
- Wie wirken sich Ihre eigenen Werte und Vorannahmen auf Ihre (zukünftige) Rolle als Lehrkraft aus – z. B. bei der Auswahl von Inhalten, dem Umgang mit Schüler:innen oder der Gestaltung von Lernumgebungen?
- Welche Rolle spielt Reflexivität dabei – sowohl im Sinne einer kritischen Selbstbetrachtung als auch als Methode, um Handlungen bewusster zu gestalten?
- Welche konkreten Strategien oder Schritte möchten Sie ergreifen, um eigene (implizite oder explizite) Vorurteile zu erkennen und langfristig abzubauen?
Zur Bearbeitung dieser Aufgabe können Sie das in der Einheit erworbene Wissen durch die folgenden Ressourcen ergänzen:
Heinemann, A. M. B., & Khakpour, N. (Hrsg.). (2019): Pädagogik sprechen: Die sprachliche Reproduktion gewaltvoller Ordnungen in der Migrationsgesellschaft. J.B. Metzler.
Kämper, H. (2020): Sprachliche Gewalt und Political Correctness: Warum es vernünftig ist, dass Sprachgebrauch ethischen Regeln folgt. In: Political Correctness und pädagogische Kritik (S. 55–74).
-> zur Frage, wie Werte und Vorurteile durch soziale Umgebungen geprägt werden
Chimamanda Ngozi Adichie: The Danger of a Single Story (TED-Talk, ca. 20 min)
–> als Denkanstoß dazu, wie stereotype Narrative unser Weltbild prägen können. -
Geöffnet: Mittwoch, 1. Oktober 2025, 00:00Fällig: Montag, 20. Oktober 2025, 23:59
Reflexivität ist ein zentrales Element einer inklusiven Bildungspraxis. Sie ermöglicht es Lehrkräften – ob in Ausbildung oder im Beruf –, die eigenen Überzeugungen, Vorannahmen und Handlungsweisen kritisch zu hinterfragen und gezielt weiterzuentwickeln.
Um das in dieser Einheit erarbeitete Wissen zu festigen, bearbeiten Sie bitte eine der folgenden Fragen. Verfassen Sie dazu einen kurzen Reflexionstext (max. 200 Wörter).Lesen Sie zunächst den bereitgestellten Artikel
Moon & Bolton, Chapter 1: Reflective Practice
Wählen und bearbeiten Sie dann eine der folgenden Fragen:
- Konzeptuelles Verständnis: Was unterscheidet Reflexion von Reflexivität – und warum ist diese Unterscheidung für eine inklusive Bildungspraxis bedeutsam?
- Wirkung auf Ihre eigene pädagogische Haltung: Inwiefern hilft Ihnen das Through-the-Mirror-Modell, eigene Vorannahmen im Umgang mit Vielfalt zu erkennen?
- Anwendung auf Ihre zukünftige oder aktuelle Praxis: Welche Rolle kann reflektierendes Schreiben in Ihrem (zukünftigen) Alltag als Lehrkraft spielen – z.B. bei der Gestaltung fairer Rückmeldungen oder im Umgang mit herausfordernden Situationen?
- Bezug zu Ihrer Lernbiographie: Welche Erfahrungen aus Ihrem eigenen Bildungsweg (z. B. als Schüler:in, Studierende:r oder Lehrkraft) haben Ihre Sicht auf Inklusion geprägt – und wie können Sie diese kritisch reflektieren?
Tipp: Sie können Ihre Reflexion auch mit Inhalten aus dem Kursmodul „0.3 Reflexivität und Selbsthinterfragung“ verknüpfen, insbesondere mit den Abschnitten zu Vorurteilen, Selbsthinterfragung oder Szenarioanalysen.
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Geöffnet: Mittwoch, 1. Oktober 2025, 00:00Fällig: Montag, 20. Oktober 2025, 23:59
Unsere Einstellungen zu Vielfalt, Inklusion und Bildung entstehen nicht im luftleeren Raum – sie sind geprägt von unserer Biografie, unseren Erfahrungen und unserem sozialen Umfeld. In dieser Einheit reflektieren Sie, wie persönliche Werte, Überzeugungen und (mögliche) Vorurteile in Ihrem Leben entstanden sind – und wie sie sich auf Ihre (zukünftige) pädagogische Praxis auswirken können.
Sie müssen nicht die gesamte Lektüre lesen - suchen Sie einen für Sie interessanten Abschnitt aus dem Lesematerial aus:
Gloria Ladson-Billings (1995): Toward a Theory of Culturally Relevant Pedagogy
Rosemarie Ortner (2019): Ich erlebe das schon als sehr gewaltvoll, dass ich so viel Zuschreibungen mache. In: Heinemann, A. & Khakpour, N. (Hrsg.) Pädagogik sprechen. 115-138, Springer
Wählen Sie dann eine der untenstehenden Reflexionsfragen aus und verfassen Sie einen kurzen Text (ca. 200 Wörter).
Beziehen Sie sich dabei auf den Artikel sowie auf Ihre persönlichen Erfahrungen oder bisherigen Überlegungen aus dem Kurs. Ihre Antwort kann sowohl biografische Aspekte als auch Gedanken zu Ihrem (zukünftigen) professionellen Handeln enthalten.
- Persönliche Werte und Überzeugungen
Welche Werte und Überzeugungen prägen Ihren Blick auf inklusive Bildung?
Inwiefern stimmen sie mit den Prinzipien einer kulturell relevanten Pädagogik überein? - Kulturelle Relevanz im Unterricht
Wie berücksichtigen (oder könnten) Ihre Unterrichtskonzepte die kulturellen Hintergründe und Lebenserfahrungen der Lernenden?
Welche konkreten Elemente einer kultursensiblen Didaktik könnten Sie in Planung und Umsetzung integrieren? - Umgang mit Vorurteilen
Inwiefern können (bewusste oder unbewusste) Vorannahmen Ihre Wahrnehmung von Lernenden beeinflussen – etwa im Hinblick auf Verhalten oder Leistungsfähigkeit?
Wie würden Sie mit einer entsprechenden Situation umgehen – oder im Rückblick anders handeln? - Institutionelle Rahmenbedingungen
Welche institutionellen Strukturen (z. B. Schulregeln, Leistungserwartungen, Sprache) fördern oder behindern inklusive Bildung?
Welche Handlungsmöglichkeiten sehen Sie, um systemische Barrieren sichtbar zu machen und zu hinterfragen? - Förderung von Inklusivität
Wie kann eine reflektierende Praxis dabei helfen, Lernumgebungen zu schaffen, in denen Vielfalt anerkannt und wertgeschätzt wird?
Welche konkreten Maßnahmen könnten Sie einsetzen, um eine vielfältige Schüler:innenschaft in Materialien, Sprache und Interaktion sichtbar einzubeziehen? - Weiterentwicklung durch Reflexion
Welche Erfahrungen im Studium, im Unterricht oder in der Zusammenarbeit mit diversen Gruppen haben Ihre Sichtweise auf Lehren und Lernen verändert?
Welche nächsten Schritte möchten Sie gehen, um Ihre pädagogische Haltung weiterzuentwickeln?
- Persönliche Werte und Überzeugungen
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Geöffnet: Mittwoch, 1. Oktober 2025, 00:00Fällig: Montag, 20. Oktober 2025, 23:59
Reflexives Denken ist ein zentrales Werkzeug für professionelles und inklusives pädagogisches Handeln. In dieser Übung vertiefen Sie Ihr Verständnis von Selbsthinterfragung und lernen verschiedene theoretische Konzepte und praktische Ansätze kennen, mit denen Sie Ihre eigenen Annahmen, Reaktionen und Entscheidungen im Bildungsalltag reflektieren können.
Was ist zu tun?
1. Lesen und reflektieren
Setzen Sie sich mit ausgewählten wissenschaftlichen Quellen auseinander, die das Thema reflexive Praxis aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten. Sie finden in den Texten Impulse dazu,
- wie Sie Ihre eigenen Überzeugungen und Annahmen erkennen und hinterfragen können
Brookfield, S. D. (2017): Becoming a critically reflective teacher.
Fook, J., & Gardner, F. (2007). Practising critical reflection: A resource handbook.
- wie Reflexion im Handeln und über das Handeln funktioniert
Schön, D. A. (2017): The reflective practitioner: How professionals think in action.
- und welche Herausforderungen und Grenzen reflektierender Praxis bestehen
Finlay, Linda (2008): Reflecting on ‘Reflective practice’.
Forghani-Arani, N., Geppert, C. & Katschnig, T. (2015): Wenn der Pygmalioneffekt nicht greift. Zeitschrift für Bildungsforschung. 5(1), 21–36.
Diese theoretischen Ansätze werden durch praktische Übungen, Fallbeispiele und Reflexionsfragen im Kursmaterial (siehe 0.3 Reflexivität und Selbsthinterfragung) ergänzt.
Hinweis: Auch wenn Sie keine eigene Unterrichtspraxis haben, können Sie sich auf Praxisbeispiele aus dem Studium, aus Praktika oder Ihrer eigenen Bildungserfahrung beziehen.
2. Persönlicher Reflexionsaufsatz
Verfassen Sie einen abschließenden Reflexionsaufsatz (max. 400 Wörter) und laden Sie ihn hier auf der Plattform hoch.
In Ihrem Text beantworten Sie bitte folgende Leitfragen:
- Wie hat sich Ihr Verständnis von reflexivem Denken durch die Auseinandersetzung mit den Texten und Kursinhalten verändert?
- Welche Bedeutung hat Selbsthinterfragung für Sie persönlich – im Hinblick auf Ihre (zukünftige) Rolle als Lehrkraft?
- Wie können Sie reflexive Praxis konkret in Ihr pädagogisches Handeln integrieren – jetzt oder in der Zukunft?
- Welche Herausforderungen sehen Sie dabei – und wie könnten Sie ihnen begegnen?
- wie Sie Ihre eigenen Überzeugungen und Annahmen erkennen und hinterfragen können
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In dieser Einheit setzen Sie sich mit dem Konzept der Intersektionalität auseinander – einem zentralen Ansatz in der inklusiven Bildung, der hilft zu verstehen, wie sich verschiedene soziale Identitätsmerkmale (z. B. Geschlecht, Herkunft, Klasse, Behinderung, sexuelle Orientierung) überschneiden und gemeinsam auf das Erleben von Privilegien und Diskriminierung wirken. Sie lernen, wie Machtstrukturen auf individueller, institutioneller und gesellschaftlicher Ebene ineinandergreifen und welche Bedeutung dies für Bildungsprozesse hat.
Ein besonderer Fokus liegt auf der praktischen Anwendung: Mit dem „Rad der Macht und Privilegien“ steht Ihnen ein Werkzeug zur Verfügung, das Reflexion und kritische Auseinandersetzung mit der eigenen Position im System unterstützt. Darüber hinaus werden Sie sich mit der Fluidität von Identität beschäftigen und hinterfragen, wie Identitätskategorien im schulischen Alltag hergestellt, performt oder auch in Frage gestellt werden. Ziel der Einheit ist es, Ihre Sensibilität für komplexe Identitätsverflechtungen zu stärken und Ihnen Impulse zu geben, wie Sie im schulischen Kontext Räume schaffen können, die Vielfalt nicht nur zulassen, sondern aktiv fördern.
Sehen Sie sich zusätzlich auch gerne die kurze Einführung von Paula-Irene Villa Braslavsky auf YouTube an:
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Inklusive Bildung beginnt mit der Frage: Fühlen sich wirklich alle Schüler:innen willkommen – unabhängig von Herkunft, Fähigkeiten, Identität oder Lebensrealität? Diese Einheit nimmt den Lernraum selbst in den Blick. Denn Lernumgebungen sind nicht neutral: Sie senden Botschaften darüber, wer dazugehört – und wer nicht. Sie können Barrieren verstärken oder Teil eines transformativen Wandels sein.
Im Zentrum dieser Einheit steht daher die Gestaltung von Lernumgebungen, die Teilhabe, Sicherheit und Zugehörigkeit für alle ermöglichen. Sie lernen, was es strukturell und pädagogisch braucht, um Inklusion an Ihrer Schule und in Ihrem Klassenzimmer zu verankern – von barrierefreien Zugängen über diskriminierungssensible Materialien bis hin zu emotional unterstützenden Beziehungen.
Zugleich lädt Sie die Einheit dazu ein, Ihre eigene Rolle kritisch zu reflektieren: Wie gestalten Sie als Lehrkraft Lernprozesse, Sprache, Routinen und das soziale Miteinander? Welche Handlungsmöglichkeiten haben Sie – auch innerhalb begrenzter Ressourcen?
Inklusive Lernumgebungen entstehen nicht durch einzelne Maßnahmen, sondern durch eine Haltung – und durch die Bereitschaft, Schule als gemeinsamen Gestaltungsraum zu begreifen.
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Geöffnet: Mittwoch, 1. Oktober 2025, 00:00Fällig: Montag, 20. Oktober 2025, 23:59
Lernumgebungen sind nicht nur Räume, in denen Wissen vermittelt wird – sie spiegeln auch gesellschaftliche Strukturen, Normen und Machtverhältnisse wider. Wer dort ein- oder ausgeschlossen wird, wer sichtbar ist oder übersehen wird, wer mitgestalten darf oder nicht, ist nicht zufällig. In dieser Übung reflektieren Sie, inwiefern Schule als Spiegel gesellschaftlicher Chancen und Barrieren wirkt – und wie Sie mit Ihrer eigenen pädagogischen Praxis darauf Einfluss nehmen können.
Quellen zur Vorbereitung:
Burgstahler, S. (2009): Universal Design in Education: Principles and Applications
Gay, G. (2018): Culturally Responsive Teaching
Humrich, M., Pfaff, N., Dirim, I. & Freitag, C. 82016): Kulturen der Bildung.
Ladson-Billings, G. & Tate, W. F. (1995): Toward a Critical Race Theory of Education
Prengel, A. (2019): Pädagogik der Vielfalt.
Woolner, P. (2010): The Design of Learning Spaces
Jennings, P. A. & Greenberg, M. T. (2009): The Prosocial Classroom
Tipp: Sie können auch eigenes wissenschaftliches Material verwenden
Persönlicher Reflexionsaufsatz (max. 400 Wörter):
Bitte verfassen Sie einen kurzen Aufsatz, in dem Sie Ihre wichtigsten Lernerkenntnisse aus Einheit 0.5.2 zusammenfassen. Gehen Sie dabei insbesondere auf folgende Leitfragen ein:
• Inwiefern erleben oder verstehen Sie die Schule bzw. das Klassenzimmer als Abbild gesellschaftlicher Strukturen?
• Welche Barrieren oder Ausschlüsse können in Lernumgebungen – bewusst oder unbewusst – entstehen?
• Welche Chancen sehen Sie, durch Gestaltung, Haltung und Methodik zu mehr Inklusion beizutragen?
• Wie möchten Sie in Ihrer zukünftigen (oder aktuellen) Rolle als Lehrkraft auf eine inklusive Lernumgebung hinwirken?Hinweis: Ihre Reflexion kann sich auf eigene Schul- oder Lehrerfahrungen, Beobachtungen im Studium oder Inhalte aus dem Kurs beziehen. Auch hypothetische Szenarien oder Visionen für Ihre zukünftige Praxis sind willkommen.
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Geöffnet: Mittwoch, 1. Oktober 2025, 00:00Fällig: Montag, 20. Oktober 2025, 23:59
Lernumgebungen sind nie neutral: Sie spiegeln Werte, Normen und Strukturen wider – und können dadurch entweder Barrieren aufrechterhalten oder Teil eines inklusiven Wandels sein. In dieser Einheit befassen Sie sich mit Ansätzen und Werkzeugen zur bewussten Gestaltung und Reflexion von Lernräumen. Zwei zentrale Instrumente dabei sind das Anti-Bias Toolkit und das Konzept des Universal Design for Learning (UDL).
Quellen zur Vorbereitung:
Nutzen Sie für Ihre Reflexion die Inhalte der Kurseinheit sowie folgende Literatur (bzw. Zusammenfassungen):
Burgstahler, S. (2009): Universal Design in Education: Principles and Applications
Gay, G. (2018). Culturally Responsive Teaching: Theory, Research, and Practice (3. Aufl.)
Meyer, A., Rose, D. H., & Gordon, D. (2014): Universal Design for Learning: Theory and Practice
Woolner, P. (2010): The Design of Learning Spaces
Ladson-Billings, G., & Tate, W. F. (1995): Toward a Critical Race Theory of Education
Reflexionsaufsatz (ca. 200 Wörter)
Verfassen Sie einen kurzen Reflexionsaufsatz, in dem Sie Ihre wichtigsten Erkenntnisse aus dieser Einheit zusammenfassen. Beziehen Sie sich dabei insbesondere auf folgende Leitfragen:
- Warum ist es wichtig, Lernumgebungen regelmäßig auf Inklusivität und Barrieren hin zu überprüfen?
- Welche konkreten Erkenntnisse konnten Sie aus der Auseinandersetzung mit dem Anti-Bias-Toolkit und dem UDL-Ansatz gewinnen?
- Welche Herausforderungen haben Sie bei der Anwendung oder Übertragung dieser Konzepte wahrgenommen – z. B. in Bezug auf reale Schulumgebungen oder Ihre eigene Vorstellung von Unterricht?
- Wie möchten Sie die Ansätze in Ihrer zukünftigen (oder aktuellen) Praxis nutzen, um inklusive Räume aktiv mitzugestalten?
Hinweis: Die Reflexion kann auf reale schulische Erfahrungen, Beobachtungen in Praktika, persönliche Bildungserfahrungen oder hypothetische Szenarien bezogen werden.
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Kommunikation ist weit mehr als das gesprochene Wort – sie umfasst auch Körpersprache, Mimik, Tonfall und die bewusste Wahl von Sprache. All diese Aspekte beeinflussen maßgeblich, wie Lehrkräfte wahrgenommen werden und wie sie Beziehungen zu ihren Schüler:innen gestalten. In dieser Einheit setzen Sie sich mit der Wirkung Ihrer eigenen Kommunikation auseinander und reflektieren, wie Sie durch nonverbale und sprachliche Signale entweder Zugehörigkeit und Vertrauen fördern – oder unbeabsichtigt Barrieren schaffen können.
Ziel ist es, ein Bewusstsein für die eigene Kommunikationspraxis zu entwickeln und neue Strategien kennenzulernen, um den Unterricht sprachlich, emotional und interaktiv inklusiver zu gestalten.
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Geöffnet: Mittwoch, 1. Oktober 2025, 00:00Fällig: Montag, 20. Oktober 2025, 23:59
Ziel dieser Übung ist es, ein vertieftes Verständnis dafür zu entwickeln, wie Bildungsstrategien unter realen Bedingungen erfolgreich umgesetzt werden können – unter Berücksichtigung von Zeit, Ressourcen und möglichen Barrieren. Die Inhalte bauen auf zentrale Konzepte der Strategieumsetzung, des organisationalen Lernens und der Schulentwicklung auf.
Quellen zur Vorbereitung:
Zur inhaltlichen Vertiefung nutzen Sie neben der Kurseinheit folgende Literatur (bzw. Zusammenfassungen):
Fullan, M. (2011): Change Leader: Learning to Do What Matters Most
Hattie, J. (2008): Visible Learning
Humrich, M. et al (2016): Kulturen der Bildung
Senge, P. (2006): The Fifth Discipline
Wenger, E. (1999): Communities of Practice
Hinweis: Sie können auch Ihre eigenen wissenschaftlichen Quellen verwenden!
Reflexionsaufsatz (ca. 200 Wörter)
Verfassen Sie zum Abschluss einen kurzen Reflexionsaufsatz, in dem Sie zentrale Erkenntnisse aus dieser Einheit zusammenfassen. Der Text kann sich auf eigene schulische Erfahrungen, Ihre Perspektive als (zukünftige) Lehrkraft oder auf hypothetische Szenarien beziehen.
Leitfragen für Ihre Reflexion:
- Welche Erkenntnisse haben Sie über erfolgreiche Umsetzung von Strategien im schulischen Kontext gewonnen?
- Welche Faktoren (z. B. Zeit, Ressourcen, Führung, Kollegialität) spielen eine zentrale Rolle?
- Wo sehen Sie mögliche Barrieren – und wie könnten diese überwunden werden?
- Welche Ideen oder Prinzipien möchten Sie zukünftig in Ihrer (künftigen) Berufspraxis anwenden, um die Umsetzung inklusiver, nachhaltiger Bildungsstrategien zu fördern?
Tipp: Nutzen Sie den Aufsatz als Gelegenheit, Ihr Wissen zu vertiefen, eigene Positionen zu entwickeln – und einen konkreten Transfer zu Ihrer Praxis (oder zukünftigen Praxis) zu reflektieren.
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Geöffnet: Mittwoch, 1. Oktober 2025, 00:00Fällig: Montag, 20. Oktober 2025, 23:59
Ziel dieser Übung ist es, zentrale Aspekte von Kommunikation im pädagogischen Alltag besser zu verstehen und deren Wirkung auf die Lernumgebung, die Schüler:innen und das eigene professionelle Handeln zu reflektieren. Im Fokus stehen dabei Körpersprache, Gesichtsausdruck, Tonfall und der bewusste Einsatz von Sprache.
Quellen zur Vorbereitung:
Zur Vertiefung nutzen Sie neben den Kurseinheiten folgende (oder auszugsweise bereitgestellte) Texte:
Tannen, D. (1993): Gender and Conversational Interaction
Hall, J. A. & Knapp, M. L. (2013): Nonverbal Communication
Götz, J. (2002): Zwischen Chancen und Zwängen - Potenziale und Hindernisse genderbewusster (politischer) Bildung in der Schule. In: Polis, Fachbeiträge 1/2002
Cameron, D. (2001): Working with Spoken Discourse
Gee, J. P. (2014): How to Do Discourse Analysis: A Toolkit
Reflexionsaufsatz (ca. 200 Wörter)
Verfassen Sie einen kurzen Reflexionsaufsatz, in dem Sie Ihre zentralen Lernerkenntnisse aus dieser Einheit zusammenfassen. Der Text kann sich auf persönliche Erfahrungen, auf Ihre Perspektive als (zukünftige) Lehrkraft, auf Praktikumserfahrungen oder hypothetische Situationen im Unterricht beziehen.
Leitfragen für Ihre Reflexion:
- Welche Rolle spielen Körpersprache, Mimik und Tonfall für eine gelingende Kommunikation mit Schüler:innen?
- Inwiefern wurde Ihnen durch die Lektüre und Auseinandersetzung bewusst, welche Wirkung Ihre eigene Kommunikation entfaltet?
- Gab es Aspekte, die Sie überrascht oder zum Nachdenken gebracht haben – etwa über Machtverhältnisse in Sprache oder geschlechtsspezifische Unterschiede?
- Welche Ideen oder Vorhaben nehmen Sie für Ihre (zukünftige) pädagogische Praxis mit?
- Gibt es Bereiche, in denen Sie sich kommunikativ weiterentwickeln möchten – und wenn ja, wie?
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Geöffnet: Mittwoch, 1. Oktober 2025, 00:00Fällig: Montag, 20. Oktober 2025, 23:59
Am Ende des Einführungskurses laden Sie hier Ihr reflektierendes Lerntagebuch hoch. Der Umfang sollte etwa 700 – 1000 Wörter betragen.
Ihre Reflexion sollte persönliche Einsichten, Wahrnehmungen, sich entwickelnde Haltungen, praktische Anwendungen im Unterricht (bzw. angedachte Ansätze) sowie Herausforderungen behandeln, die Sie im Kontext inklusiver Bildung erkennen.
Gestaltung und Schwerpunkte des Tagebuchs sind frei wählbar. Als Orientierung können Sie:
- eigene Fragestellungen entwickeln,
- auf Reflexionsfragen aus nicht eingereichten Aufgabenstellungen zurückgreifen,
- oder die Reflexionsfragen verwenden, die in den einzelnen Leseunterlagen enthalten sind.
Zusätzlich steht Ihnen hier auch nochmals der kurze Leitfaden mit Hinweisen zum Führen des Lerntagebuchs zur Verfügung.
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